03.07.2020

Auf geht's bei den Schützen!

Wir haben wieder angefangen


Oktoberfestschießen 2019

Es dürfte keinen Zweifel geben, wenn wieder das „Wort des Jahres“ gesucht wird, dürfte sehr wahrscheinlich ein Begriff das Rennen machen, das wir seit Monaten nahezu täglich gebrauchen, obwohl wir es kaum noch hören wollen – Corona. Der Virus hat unser Leben so nachhaltig verändert wie kaum ein Ereignis zuvor. Es hat nicht nur tief ins Arbeitsleben eingegriffen, auch das gesellschaftliche Leben ist stark betroffen. Das Leben in den Vereinen kam vielerorts aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln vollständig zum Erliegen und noch kämpfen viele Sportler mit der Rückkehr zur Normalität. Das gilt auch für die Schützenabteilung der SG PostSüd.

Für die Schützen brachte der Coronavirus nämlich sehr weitgehende Einschränkungen mit sich. Während Läufer – Entschuldigung, liebe Sportskameraden - trotz der Pandemie draußen weiter trainieren konnten, blieb den Schützen der Zugang zum Schießstand bis zum 16. Juni versperrt. Damit konnte drei Monate lang auf der vereinseigenen Anlage am Kaulbachweg nicht geschossen werden. Das bedeutete auch: Wer nicht daheim, z.B. im eigenen Keller, üben konnte, erlebte praktisch ein Trainingsverbot. Vor allem Nachwuchsschützen traf dies besonders.

Natürlich konnte man sich in der Zwischenzeit mit „Trockentraining“ beschäftigen. Tipps zum Schießen im Internet ansehen, Fachliteratur lesen oder einfach mal wieder was für die Kondition tun, denn Schießen ist bekanntlich deutlich mehr als Zielen und Treffen. Aber einen echten Ersatz für das Training am Stand gab es nicht.

Umso erfreulicher war es, als das Training am Schießstand der Schützenabteilung wieder aufgenommen werden konnte. Sofort waren die meisten Mitglieder wieder da, aber die Pause hatte ihre Spuren hinterlassen. Auch hier traf es die Nachwuchsschützen. Da war manches von dem erlernten Wissen und den erarbeiteten Fähigkeiten verloren gegangen, wie die Auswertung der Schießscheiben zeigte. Dennoch, und das war das Schöne am Re-Start des Schützenjahres, die Begeisterung und der Ehrgeiz waren ungebrochen.

Positiv ist auch, dass die Einschränkungen, die der Virus für den Trainingsbetrieb mit sich brachte, vielleicht doch nicht so dramatisch sind wie von manchem befürchtet. Es gelten zwar die üblichen Hygieneregeln, aber z.B. niemand muss mit Mundschutz schießen. Man kann sich vor und nach dem Schießen auch problemlos im Schützenheim aufhalten, um die Schießscheiben auszuwerten, die neuesten Informationen auszutauschen oder einfach miteinander zu ratschen. Auch gab es bisher keine Einschränkungen am Stand. Der Betrieb lief wie in alten Zeiten.

Insofern ist zwar vieles, aber eben nicht alles wie in den Jahren und Jahrzehnten vor Corona. Aber es findet wieder ein Vereinsleben statt. Und genau das war es, was in den ersten Monaten der Pandemie, die uns wahrscheinlich noch lange beschäftigen wird, fehlte. Das Vereinsleben ist mehr als das Training, es ist auch Unterhaltung. Das Vereinsleben ist noch mehr oder Training. Im Verein begegnet man sich, im Verein gibt es was zu erleben. Der Verein führt Menschen zusammen. Sie verbindet der Umstand, dass Menschen ein Hobby teilen, einer gemeinsamen Leidenschaft nachgehen und dies nicht etwa nur für sich allein daheim im Keller. Diese Freude war nach dem Neustart der Saison bei den Schützen der SG PostSüd deutlich zu spüren. 

Insofern ist denn das Sommerpreisschießen im Juli nicht nur der erste Wettkampf nach der Corona-bedingten Pause, dem auch das Osterschießen zum Opfer gefallen war. Es ist vor allem auch eine Intensivierung des Vereinslebens und weitere Rückkehr zur Normalität. Das Sommerfest, bei dem die besten Schützen und Schützinnen des Sommerpreisschießens geehrt werden, setzt dem die Krone auf. Schade ist da nur, dass es anschließend wieder eine Pause geben wird, denn dann stehen die Sommerferien an. Gerade deshalb wäre es schön, wenn am Preisschießen und am Fest viele Mitglieder teilnehmen. 

Zum Schluss noch ein paar Erinnerungen, die leider sein müssen, die uns aber auch zeigen, dass noch lange nicht wieder alles normal ist:

Gäste können fürs erste nicht bei uns schießen, was die Nachwuchsarbeit leider extrem erschwert. Und: Das Training findet zu den bekannten Zeiten montags, mittwochs und donnerstags statt.